Urkunde

Übersetzung der Urkunde von 1220

Übersetzung der Urkunde von 1220, Ersterwähnung von Einhart

Das, was im Zeitlichen gemacht wird, pflegt man, damit es nicht mit der Zeit untergeht, durch schriftliches Zeugnis zu verewigen. Daher sei allen, die dieses Schreiben zu Gesicht bekommen, bekannt gemacht, dass, nachdem ich Konrad von Markdorf, ein Mann von freiem Stand, das Dorf, welches Buggensegel genannt ist, nach Eigentumsrecht mit Ausnahme weniger Felder vollständig besessen hatte, ich dieses Dorf nach Empfang von zweihundert Mark von den Brüdern in Salem mit allem Recht, mit dem ich es besessen habe, sowohl in Wiesen wie auch Äckern, Wäldern, Fischereien, sowohl solchen, die mir zur freien Verfügung standen wie solchen, die durch meine Hand nach Lehnsrecht an andere Personen verliehen waren, dem vorgenannten Kloster frei übergeben habe, um es nach Eigentumsrecht dauerhaft zu besitzen. Was immer jedoch meine Leute sowohl an Eigentum wie auch an Lehen in dem vorgenannten Dorf zu haben meinen, sollen sie aus der Hand des ehrwürdigen Eberhard, des Abtes jenes Klosters, zu Lehen empfangen. Ebenso übergebe ich alle diejenigen Leute, die ich in diesem Dorf oder an irgendwelchen diesem Besitztum zugehörigen Stellen besaß, dem oftgenannten Kloster, mit Ausnahme der Stellen, die etwa in Markdorf und in Einhart zu finden wären. Und diese [Leute] jedoch sollen dem Kloster gehören, und wann immer einer von ihnen sterben sollte, erhält das Kloster das Recht an ihm, das in der Volkssprache Der Fall genannt wird. Das Vogteirecht jedoch über jene Leute in Markdorf nämlich und Einhart behalte ich mir selber vor. Wenn es mir jedoch geschehen sollte, dass ich ohne Erben sterbe, geht das Vogteirecht auf das Kloster über. Lilia jedoch, die Frau von Burkhard, mit ihren Kindern und was immer ich an Recht an dem Geistlichen Bruno und seinem Hof hatte, übergebe ich mit dem anderen. Das Vogteirecht jedoch über die Kirche und ihre Ausstattung und die Kirchenmänner übertrage ich an das oft genannte Kloster, ausgenommen die Ehefrau und die Töchter eines gewissen Mannes, der den Beinamen Sangwin trägt. Verhandelt wurde dies öffentlich auf der öffentlichen Straße vor dem Tor von Salem. Im Jahr der Fleischwerdung des Herrn 1220, durch Vermittlung meines Neffen Adelgot mit dem Beinamen Sonnenkalb und Aigelward von Ramsberg, in Anwesenheit des Konvents des Klosters und einer Menge aus der allgemeinen Bevölkerung. Unter der Autorität meines Herren des Grafen Bertold von Heiligenberg, der auf meine Bitte hin das vorliegende Schreiben mit der Stärke seines Siegels bekräftigte.

 

Rückaufschrift: B. Grafen von Heiligenberg über Buggensegel.

 

 

Anmerkung: Der Fall oder Totfall ist ein Sonderrecht des mittelalterlichen Hörigenwesens. Ursprünglich verfiel beim Tod eines Eigenbehörigen sein gesamten persönliches Eigentum an den Herren der ‚familia‘ (Klientel). Später wurde dies auf eine symbolische Abgabe gemildert; der Herr erhielt nur noch das beste Kleidungsstück und beste Stück Vieh (Besthaupt) des Verstorbenen. Dies ist der hier erwähnte Fall.